Rheinland-Pfalz vergibt zum vierten Mal den Kinderrechtepreis
Kinderrechtepreis 2026
© MFFKI, Michael Thierbach

Auch im Jahr 2026 setzt Rheinland-Pfalz ein starkes Zeichen für die Rechte von Kindern und Jugendlichen:
Jugendministerin Katharina Binz hat die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger des Kinderrechtepreises Rheinland-Pfalz am 18. April 2026 im Haus der Jugend in Mainz ausgezeichnet.
Mit dem Preis würdigt das Jugendministerium Projekte und Initiativen, in denen sich Kinder und Jugendliche mit großem Engagement und kreativen Ideen für ihre Rechte einsetzen, etwa für mehr Mitbestimmung, bessere Bildung, Gleichbehandlung oder Schutz vor Gewalt. Im Mittelpunkt stehen dabei die jungen Menschen selbst. Sie zeigen, wie wichtig es ist, dass Kinderrechte im Alltag gelebt werden, in der Schule, im Verein oder im eigenen Umfeld.
Insgesamt 9 Bewerbungen wurden in diesem Jahr eingereicht, die sich in besonderer Weise für die Umsetzung und Stärkung von Kinderrechten engagieren.
Folgende Preise wurden verliehen:
- Preis: 2.500 Euro
- Preis: 2.000 Euro
- Preis: 1.500 Euro
Sonderpreis „Ländlicher Raum“ für Gemeinden mit bis zu 3.000 Einwohner/-innen: 2.000 Euro
Kinderjury 2026
© MFFKI, Michael Thierbach

Die diesjährige Jury (Goethe-Grundschule Mainz, Albert-Schweitzer-Grundschule Alzey und Haus der Jugend Worms), bestehend aus 16 Kindern zwischen 8 und 12 Jahren tagte im März 2026. Bei der Jury-Sitzung wurden die Bewerbungen anhand vorher erarbeiteter Kriterien bewertet und die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger ermittelt.
Die Preisträgerinnen und Preisträger 2026
1. Preis
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Der 1. Preis, dotiert mit 2.500 Euro Preisgeld, ging in diesem Jahr an die Förderschule Gustav-W.-Heinemann-Schule Raubach mit ihrem Projekt „Kinderrechte gehen uns alle an - weil jedes Kind zählt!“.
Die Klasse M1 der Schule beschäftigte sich intensiv mit Kinderrechten und der Frage, welche Rechte ihnen persönlich besonders wichtig sind.
Dabei zeigte sich eine klare Priorität: das Recht auf die Fürsorge durch die Familie, auf medizinische Hilfe sowie auf besondere Unterstützung. Das Ergebnis überraschte die Klasse nicht, da die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Beeinträchtigungen haben und viele bereits eigene Erfahrungen mit Arztbesuchen, Therapien und individueller Förderung gemacht haben.
Im Projekt arbeiteten die Kinder eng zusammen, sammelten Ideen und entschieden gemeinsam, welche Vorschläge umgesetzt werden sollen. Dabei wurde nicht nur geplant, sondern auch ausprobiert, reflektiert und weiterentwickelt. Am Ende wurde deutlich, wie wichtig es ist, die eigenen Rechte zu kennen und zu verstehen, dass jedes Kind besondere Stärken und Fähigkeiten hat. Dabei merkten sie, dass jedes Kind etwas Besonderes kann und wie wichtig es ist, die eigenen Rechte zu kennen.
2. Preis
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Der 2. Preis und damit 2.000 Euro ging an die Kreisverwaltung Kaiserslautern mit dem Projekt „Kinder haben Rechte - Kinderrechte im Landkreis Kaiserslautern 2025“.
Im Rahmen des Projekts entwickelten Kinder aus Grundschulen und Förderschulen im Landkreis Kaiserslautern gemeinsam einen Song über Kinderrechte. Der Text entstand in Workshops, eingesungen wurde das Lied von den Schülerinnen und Schülern selbst. Begleitet wurde das Projekt von dem Musiker Alex Breidt sowie den Schulsozialarbeiterinnen vor Ort. An vier Projekttagen vor den Sommerferien 2025 trafen sich die Kinder in einem Jugendhaus in Landstuhl. Dort setzten sie sich spielerisch und kreativ mit ihren Rechten auseinander: Welche Kinderrechte kennen wir? Wo werden sie bereits gelebt? Und was beschäftigt uns im Alltag? Aus diesen Gesprächen entstand nicht nur ein Lied, sondern auch ein Musikvideo, das die Kinder eigenständig mitgestalteten und teilweise selbst produzierten. Das Ergebnis wurde später auf einem großen Fest auf einer Bühne eines Radiosenders präsentiert und ist heute online auf den Schulseiten sowie der Homepage der Kreisverwaltung abrufbar.
3. Preis
© MFFKI; Michael Thierbach

Platz 3 und damit 1.500 Euro geht an „Lokale Agenda 21 Trier e.V.“ für das Projekt „Mobile Aktion Rote Hand – Für Kinderrechte gegen Kindersoldat:innen“.
Seit 2010 beteiligen sich Kinder und Jugendliche in Trier bei der Aktion Rote Hand von Lokale Agenda 21 Trier e.V. Sie setzen mit roten Handabdrücken ein sichtbares Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldatinnen und -soldaten und machen damit auf das Recht von Kindern auf Schutz vor Krieg und Gewalt aufmerksam. Die Aktion findet jedes Jahr rund um den internationalen Red Hand Day am 12. Februar statt. Zu diesem Anlass kommen Schülerinnen und Schüler aus vielen Trierer Schulen und Einrichtungen vor dem Rathaus zusammen. Dort werden die gesammelten Handabdrücke an Bundestagsabgeordnete übergeben, verbunden mit der klaren Botschaft und den Forderungen der Kinder. Im Jahr 2026 kamen im Rahmen der Aktion knapp 2.400 rote Handabdrücke zusammen.
Sonderpreis "Ländlicher Raum"
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Den mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis „Ländlicher Raum“ erhält dieֹ Kita St. Laurentius in Gundheim für ihr Projekt „Kinderrechte sichtbar machen“.
Die Kita veranstaltete ein Kinderrechtefest, um Kinderrechte für Kinder und Erwachsene gleichermaßen sichtbar und erlebbar zu machen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden die Kinderrechte gemeinsam im Alltag erarbeitet und vertieft. Dabei startete die Gruppe mit wenigen ausgewählten Rechten, unter anderem dem von den Kindern selbst gewählten Thema „Schutz vor Gewalt“.
Im Laufe der Zeit wurden insgesamt zehn zentrale Kinderrechte gemeinsam erarbeitet und vertieft. Das gemeinsame, abschließende Fest in der Gemeinde wurde bewusst offen für alle Generationen gestaltet und fand in und rund um die Kirche statt, die mit Plakaten und Schildern mit Kinderrechten dekoriert wurde. Im Mittelpunkt stand dabei stets, die Kinder ernst zu nehmen und ihre Perspektiven sichtbar zu machen. Die Kirche versteht sich dabei als Ort, der zuhört, lernt, und sich gemeinsam mit den Kindern weiterentwickelt.
Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wurde das Projekt breit beworben unter anderem mit einem Einladungsfilm, über lokale Medien wie dem Amtsblatt, Zeitungen und Radio sowie über soziale Netzwerke.
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH AN ALLE GEWINNER DES KINDERRECHTEPREISES 2026!
© MFFKI, Michael Thierbach



